Haartransplantation - Haartransplantationen gegen Haarausfall
Unter Haartransplantation versteht man die Verpflanzung oder Einpflanzung von Haaren. Die Haartransplantation stellt eine Therapieform bei Haarausfall dar und kann zum Beispiel genutzt werden, wenn Medikamente oder Ursachenbekämpfung keinen Erfolg bringen. Anwendung findet diese Form der Therapie beim erblich-hormonell bedingten Haarausfall, beim narbigen und beim angeborenen Haarverlust. Bei krankheitsbedingtem oder vorüber gehendem Haarausfall ist die Haartransplantation nicht sinnvoll. Die am meisten angewendete und auch empfehlenswerteste Art der Haartransplantation ist die Einpflanzung oder Umsetzung von Eigenhaar. Hierbei gibt es verschiedene Vorgehensweisen.
Eine Vorgehensweise ist die Hautinsel-Verpflanzung. Hierbei werden Hautinseln aus dem Bereich des Hinterkopfes ausgestanzt und in haarlose Flächen implantiert. Diese Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung und muss in mehreren Schritten erfolgen. Nur so kann eine gute Auffüllung garantiert werden. Ein normaler Stirnansatz ist bei dieser Methode jedoch sehr schwierig herzustellen, da die verpflanzten Haarteile büschelartig wachsen.
Eine daraus entwickelte bessere Methode beschreibt das Einpflanzen von so genannten "Minigrafts" oder "Micrografts". Bei dieser Behandlungsform werden die entnommenen Hautinseln zunächst geteilt und dann eingepflanzt. Es wird ein Hautstreifen aus dem Haarkranz entnommen und mit hoch entwickelter Präzisionstechnik in Mini- oder Micrografts zerteilt. Von Minigrafts spricht man, wenn es sich um Transplantate mit 3-5 Haaren handelt, Micrografts bestehen aus 1-2 Haaren. Die Resultate, gerade auch im Stirnbereich sprechen für sich.
Auch das Präparieren von kleinen Haarwurzelgrüppchen mit 1-3 Haarwurzeln ist üblich, die dann in entsprechende Hauöffnungen verpflanzt werden. Die neuen Haare beginnen dann nach 4-12 Wochen aus den Wurzeln zu wachsen.
Da es sich bei diesen Haartransplantationen um chirurgische Eingriffe handelt, gibt es natürlich auch Risiken. Dazu zählen die allgemeinen Risiken, wie Nachblutung oder Wundinfektion genauso wie kosmetische Nachteile. So können abrupte Übergänge von behaarter zu unbeharrter Kopfhaut auftreten, die Haarwuchsrichtung im Implantat kann unnatürlich wirken oder es kann zur Narbenbildung kommen, die manchmal eine sehr störende Wirkung hat. Daher ist es auch unumgänglich, sich ausgiebig zu informieren und vom Arzt beraten und sich über die möglichen Risiken aufklären zu lassen.
Neben dieser Eigenhaartransplantation gibt es auch die Möglichkeit der Einpflanzung von Kunsthaar. Hierbei werden gefärbte Kunsthaare aus synthetischen Fasern in die Kopfhaut eingestochen. Auch diese Methode ha Nachteile, so muss zum Beispiel damit gerechnet werden, dass innerhalb eines Jahres viele der Kunsthaare wieder abbrechen je nach Pflege und mechanischer Belastung. Auch kann es zu einer entzündlichen Verhärtung der Kopfhaut kommen, so dass die Kunsthaare wieder entfernt werden müssen. Auch hier sollte man sich zunächst umfassend beraten lassen und das Nutzen-Risiko-Verhältnis abwägen.
Haartransplantationen werden bei Männern und Frauen gleichermaßen angewendet. Die Kosten für diese Behandlungen werden unter bestimmten Voraussetzungen auch von den Krankenkassen übernommen, eine Beratung erfolgt auf Wunsch des Einzelnen.